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Protestzug der Landwirte und Landeigner mit ihren Traktoren durch Neumarkt

Protestzug der Landwirte und Landeigner auf der B299. BILD BI „Genug davon B299“

Neumarkt, 17.04.2021 Weit über 40 Traktoren haben sich am Parkplatz des BSC Woffenbach zusammengefunden, um sich mit Geleitschutz der Polizei auf eine einstündige Protestfahrt auf die B299 und durch die vom Ausbau der B299 betroffenen Neumarkter Stadtteile zu begeben. Die Fahrt ging über die B299, durch Woffenbach, nach Holzheim, in die Innenstadt und anschließend bis zum Ortsteil Stauf, wo auf der Wiese neben der B299 die Abschlusskundgebung stattfand.

Im Rahmen des “Aktionsbündnisses B299 – Bürgerbeteiligt – Zukunftsgerecht” und gemeinsam mit den Bürgerinitiativen aus Stauf und Woffenbach haben die Landwirte und Landeigner wiederholt gegen den Ausbau demonstriert. Die große Schlepper-Schar wurde durch weitere 200 Bürger*innen unterstützt, die unter Einhaltung der Corona-Regeln und begleitet von zwei Trommlerinnen den Rednern lautstark Beifall bekundeten.

Biobauer Bernhard Kopp ergriff zuerst das Wort: „Wenn Bauern schon ihre Felder verlassen und zum Demonstrieren fahren, dann muss schon etwas Gewaltiges passieren.“ Er bedankte sich aufs Herzlichste bei seinen Berufskollegen für ihren engagierten Einsatz.

Thomas Hafner von der BI Stauf griff die Falschdarstellungen von Oberbürgermeister Thomas Thumann vom gleichen Tag in der Presse scharf an. „Wir Neumarkter wünschen uns Bürgerbeteiligung. Hört auf uns Bürger und verzichtet auf diesen Abschnitt“ appellierte er an den OB und das Staatliche Bauamt. Er beklagte, dass die Aussagen des OB das Feld der geforderten Sachlichkeit verließen und rief zu einer längst überfälligen Diskussionsrunde auf.

Von Meinrad Spinner, ehemaligem CSU-Stadtrat war zu hören, dass das absurdeste Argument für den Ausbau sei, damit die Innenstadt zu entlasten. „Offensichtlich wird die Argumentationsdecke des OB sehr dünn.” Außerdem appelierte er an die Stadträte: “Wir müssen an unsere Kinder und Enkel denken und ihnen eine lebenswerte Stadt und Umwelt erhalten.”

Die Idee zu dieser Schlepper-Demo hatte Landwirt Ludwig Walter. Er bat alle Landwirte und Bürger, die Stadträte anzusprechen, damit sie für den Erhalt der landwirtschaftlichen Fläche eintreten und sich gegen eine weitere Versiegelung zur Wehr setzen.

Der Verkehrsreferent der Stadt Neumarkt, Olaf Böttcher, verwies auf den immer beliebter werdenden Neumarkter Bauermarkt. Die Leute schätzen das Angebot und den Wert der regionalen Produkte immer mehr. Das gelingt aber nur mit dem Erhalt der landwirtschaftlichen Anbauflächen. Was aber haben die Bürger von dem geplanten überzogenen Straßenausbau? Er hilft hier höchstens den weltweiten Futtermitteltransporten. Deshalb kam auch von ihm der Appell an seine Stadtratskollegen, den Ausbau abzulehnen. Die Bürger*innen brauchen statt eines dreispurigen Rings eine ökologische Verkehrswende und dafür sind Ideen gefragt. Böttcher geiselte das Infodefizit durch Stadt und Landkreis. “Die Zukunft darf keine lineare Fortschreibung der Vergangenheit werden, dies zeigt auch die Pandemie.”

Abschließend bedankte sich der Veranstalter nochmals ausdrücklich bei den Polizeibeamten für den reibungslosen Ablauf und den Teilnehmern für ihr Engagement und lud alle zur nächsten Aktion ein.

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